Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) kritisiert das neuste laufende Waldkaufverfahren der NABU-Stiftung scharf. Der Naturschutzbund hat im Landkreis Mansfeld-Südharz rund 1.000 Hektar Waldflächen erworben – finanziert aus dem 118 Mio. umfassenden steuerfinanzierten Förderprogramm „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK). Der Kaufpreis soll mit rund 30 Millionen Euro, also circa 30.000 Euro pro Hektar, rund 50 Prozent über dem marktüblichen Wert liegen.
„Es ist nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet ein – teils mit öffentlichen Mitteln finanzierter – Verband wie der Nabu Waldflächen zu überhöhten Preisen erwirbt, um sie anschließend stillzulegen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wirft diese Aktion Fragen nach der verantwortungsvollen Verwendung öffentlicher Gelder auf“, so Maximilian Habisreutinger, Vorsitzender der GD Holz.
Ziel müsse es sein, so Habisreutinger, durch die Verwendung von nachhaltig vor Ort geerntetem Holz, das CO2 in Gebäuden und Möbeln mittel- bis langfristig zu binden und damit gleichzeitig die heimische Wirtschaft zu stärken.
Die geplante Stilllegung des Waldes steht aus Sicht des GD Holz im deutlichen Gegensatz zu den Zielen des Förderprogramms. Wälder binden CO₂ nur dann langfristig, wenn sie aktiv wachsen – und dies geschieht vor allem in bewirtschafteten Beständen. In unbewirtschafteten Wäldern nähert sich die CO₂‑Bilanz hingegen bereits mittelfristig dem Nullpunkt, bevor in der Zerfallsphase sogar mehr CO₂ freigesetzt wird, als gebunden werden kann.
Durch die geplante Stilllegung werden künftig rund 1.000 Hektar Wald für die nachhaltige Holzproduktion wegfallen – mit spürbaren Folgen für die regionale Wertschöpfungskette in Sachsen‑Anhalt und den Klimaschutz.
„Mit Steuergeld überbieten und anschließend die Klimaschutzfunktion des Waldes mindern – das ist kein Klimaschutz“, unterstreicht Habisreutinger und macht deutlich: „Nachhaltige Waldbewirtschaftung schützt Klima, bindet CO₂und sichert regionale Wertschöpfung. Stilllegung tut genau das Gegenteil.“
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