26. Januar 2026

EUDR: Analysepapier zu Auswirkungen auf den Datenschutz und die Monetarisierung von Compliance-Daten veröffentlicht

Die EUDR fordert von EU-Importeuren, die Herkunft von Produkten wie Kaffee, Kakao, Holz und Soja nachzuverfolgen, um sicherzustellen, dass sie entwaldungsfrei sind.  Doch die Umsetzung bringt hohe Kosten für Produzenten und Importeure mit sich, besonders in Ländern mit schwachen Datenschutzgesetzen.

Die GD Holz-Expertin Lydia Afriyie-Kraft hat kürzlich in „Forest Policy and Economics“ gemeinsam mit weiteren Experten ein detailliertes Papier veröffentlicht, welches die Kosten und Chancen der Einhaltung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sowie die Auswirkungen auf den Datenschutz und die Monetarisierung von Compliance-Daten analysiert:

Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

Kosten der EUDR-Einhaltung

  • Die EUDR verlangt von EU-Betreibern, die Herkunft von Rohstoffen zurückzuverfolgen und sicherzustellen, dass diese abholzungsfrei sind.
  • Die Kosten für die Einhaltung der EUDR sind ungleich verteilt, wobei Produzenten in Exportländern besonders betroffen sind.
  • Die zusätzlichen administrativen Kosten wirken wie eine Importsteuer und können zu Preis- und Mengenveränderungen führen, die insbesondere Kleinproduzenten belasten.
  • Es besteht die Gefahr, dass Produzenten auf illegale Alternativen ausweichen, wenn die Kosten zu hoch werden.

Datenmonetarisierung

  • Die Monetarisierung von EUDR-Einhaltungsdaten könnte Produzenten neue Einnahmequellen bieten, um die Compliance-Kosten zu decken.
  • Es gibt verschiedene Ansätze zur Datenmonetarisierung, von der einfachen Datenverkäufen bis hin zu komplexen datengestützten Dienstleistungen.
  • Die Monetarisierung erfordert jedoch starke Datenkompetenzen und Investitionen in Technologien sowie den Schutz vor unbefugtem Zugriff.
  • Die Risiken der Datenverwendung, einschließlich Datenschutzverletzungen und Missbrauch, müssen sorgfältig berücksichtigt werden.

Datenschutzbedenken

  • Die Datenschutzgesetze in vielen Produzentenländern sind oft schwach oder nicht vorhanden, was Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs von Produzentendaten aufwirft.
  • Die EU hat strenge Datenschutzvorschriften (GDPR), die jedoch nicht immer auf Daten aus Drittländern anwendbar sind.
  • Die EUDR könnte unbeabsichtigte negative Auswirkungen auf die Produzenten haben, indem sie sie zwingt, sensible Daten bereitzustellen, ohne ausreichenden Schutz zu gewährleisten.

Empfehlungen für die Umsetzung

  • Es wird empfohlen, die Datenschutzgesetze in Produzentenländern zu harmonisieren und zu stärken, um die Rechte der Produzenten zu schützen.
  • Eine mehrstufige ethische Datenverwaltung könnte helfen, die Compliance-Kosten zu senken und gleichzeitig die Rechte der Produzenten zu wahren.
  • Pilotprojekte zur Datenmonetarisierung sollten durchgeführt werden, um die Auswirkungen auf die Produzenten zu evaluieren und sicherzustellen, dass die EUDR-Ziele erreicht werden, ohne die Schwächsten zu benachteiligen.

Schlussfolgerungen

  • Die EUDR hat das Potenzial, nachhaltige Praktiken zu fördern, könnte jedoch auch bestehende Ungleichheiten verstärken, wenn die Compliance-Kosten nicht gerecht verteilt werden.
  • Eine sorgfältige Überwachung der Marktveränderungen und der Auswirkungen auf Produzenten ist notwendig, um unerwünschte Verschiebungen zu vermeiden.
  • Die Integration von Datenjustiz in die Governance-Strategien könnte dazu beitragen, faire und gerechte Ergebnisse für alle Beteiligten zu erzielen.
Artikel in „Forest Policy and Economics“
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