22. Mai 2026

Holzhandelstag 2026: Branche diskutiert Zukunftsthemen in Erfurt

Der 51. Holzhandelstag des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e. V. (GD Holz) hat am 21. Mai 2026 in Erfurt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Branche gesetzt. Bei der Mitgliederversammlung standen neben dem Geschäftsbericht eine Nachbesetzung im Vorstand sowie der Austausch über zukunftsträchtige Technologien des Handels im Fokus.

Zu Beginn berichtete GD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel in seinem Geschäftsbericht über die Marktlage des Holzhandels. Nach zwei schwierigen Monaten zeichnete sich im März eine deutlich bessere Umsatzsituation ab. Dies stelle aber keinen durchgreifenden Stimmungswechsel dar, so Goebel, da diese Steigerungen v.a. mit Preissteigerungen einhergingen. Der betriebliche Jahresabschluss des GD Holz stellte sich strukturell sehr ausgewogen bei stabiler Beitragssituation dar.

Des Weiteren stand eine Nachwahl im Vorstand auf der Tagesordnung. Michel Kahrs (Kahrs Holzhandel/Bremen) wurde nach dem satzungsgemäßen Ausscheiden von Rolf von Loßberg einstimmig für die verbleibende Legislaturperiode in den Vorstand gewählt. Der Vorsitzende Maximilian Habisreutinger dankte Herrn von Loßberg herzlich für sein jahrelanges Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit im Vorstand. Zuvor wurde als neues kooptiertes Mitglied Fabian Heins (Georg Pagnia GmbH/Oldenburg) im Vorstand begrüßt. Er ist Vorsitzender des Außenhandelsvorstands und Sprecher der Fachabteilung Importmakler und -agenten im GD Holz.

Breites Themenspektrum von Regulierung bis Künstlicher Intelligenz

Um strukturellem Wandel und wirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können, wurden dementsprechend vielfältige Fachthemen in Round Tables angeboten. Insgesamt zehn Diskussionsformate beleuchteten unter anderem die Auswirkungen der neuen EU-Produktsicherheitsverordnung, Fragen der EU-Verpackungsverordnung PPWR, Themen rund um Brandschutz und Versicherung sowie der Ausblick auf den anstehende Branchentag Holz 2027 in Köln.

Gewichtiges Thema war die mit Spannung erwarteten Anpassungen der EUDR. Leider mussten die Erwartungen der Teilnehmer gedämpft werden. Zwar konnten Ende letzten Jahres wesentliche Erleichterungen für Holzhändler erreicht werden, doch bleiben insbesondere für Importeure erhebliche Herausforderungen bestehen. Trotz konkreter Vorschläge zur Vereinfachung und einer Verpflichtung der EU-Kommission, die Verordnung bis April 2026 zu vereinfachen, brachten die Anfang Mai veröffentlichten Dokumente keine echten Verbesserungen. Insbesondere für Importeure gab es keine Entlastung, obwohl teils Kostenreduktionen behauptet wurden. Die EU-Kommission kündigte zudem an, den Verordnungstext nicht mehr ändern zu wollen, was aus Sicht des GD Holz ein gebrochenes Versprechen darstellt.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der zunehmenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz im Holzhandel. Gleich mehrere Diskussionsrunden widmeten sich konkreten Anwendungsfällen, der Projektauswahl sowie Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung durch datengetriebene Prozesse in Groß- und Einzelhandel. Daran thematisch anschließend bildete der Vortrag von Dr. Verena Lütschg den Abschluss des Holzhandelstages in Erfurt. Unter dem Titel „Von Automatisierung zu Imagination – Wie Robotik die nächste Innovationswelle entfesselt“ gab sie Einblicke in zukünftige Entwicklungen und deren Bedeutung für Unternehmen. Neben den fachlichen Impulsen bot der Holzhandelstag zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Die Abendveranstaltung im Dompalais Erfurt bildete den Abschluss des Tages und wurde zum intensiven Netzwerken genutzt.

Der Holzhandelstag 2026 zeigte, wie stark sich der Holzhandel im Spannungsfeld von Regulierung, Digitalisierung und Marktanforderungen entwickelt. Umso wichtiger ist es deshalb, neueste Technologien als Chance zu verstehen und aktiv zu nutzen.

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