Um klimaschädliches Kohlenstoffdioxid zu reduzieren, wurden hohe Erwartungen in technische Lösungen gesetzt. Vor allem die Zementindustrie – mit einem weltweiten Anteil von 6-8 Prozent einer der größten industriellen CO2-Verursacher – setzt dabei auf die CCS (Carbon Capture and Storage) -Technologie.
Nun scheinen die bisherigen Ansätze zur technischen CO₂-Abscheidung dieser Technologie die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen zu können. Internationale Rechercheteams (u.a. vom Spiegel) deckten kürzlich auf, dass lediglich nur ein kleiner Teil der angekündigten CO₂-Einspeicherungen tatsächlich erreicht wird. Darüber hinaus mehren sich kritische Berichte vor allem wegen zu hoher Kosten, fraglicher Wirtschaftlichkeit sowie hohem Eigenenergiebedarf.
„Statt auf unsichere und kostspielige technische Verfahren zu setzen, sollten wir die wirksamste und bereits verfügbare Lösung konsequent nutzen: das Holz – dem wichtigsten nachwachsenden Rohstoff Deutschlands“, fordert Maximilian Habisreutinger, Vorsitzender des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel (GD Holz).
Holz wirkt präventiv und dauerhaft: Es bindet CO₂ natürlich, vermeidet zusätzliche Emissionen und schafft gleichzeitig ökologische und wirtschaftliche Mehrwerte. Diese Speicherleistung wird besonders wirksam, wenn Holz langfristig genutzt wird. „Holzgebäude, Möbel und viele Alltagsprodukte aus Holz sind echte Kohlenstoffspeicher – und zwar über viele Jahre bis hin zu Jahrhunderten“, so Habisreutinger weiter.
CCS ist lediglich technischer Reparaturansatz, der nachgelagert eingreift, kostenintensiv ist und weniger Zusatznutzen bietet. Auch der vielumworbene „grüne Beton“ ist nicht wirklich umweltfreundlich, weil auch seine Herstellung weiterhin erhebliche CO₂-Emissionen durch den unvermeidbaren Einsatz von Zement verursacht.
Durch eine intelligente Kaskadennutzung, bei der Holz mehrfach verwendet wird, verlängert sich die Speicherwirkung zusätzlich und im Gegensatz zur CCS-Lösung ist die Speicherung in Holz nicht auf geologische Lagerstätten begrenzt. Holz ist deshalb der zentrale Baustein für eine nachhaltige und sofort wirksame Klimaschutzstrategie.
Führende Klimaforscher unterstreichen diese Perspektive: Prof. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) weist seit Jahren darauf hin, dass der Einsatz von Holz z.B. im Bauwesen ein zentraler Hebel für den Klimaschutz ist.
Der GD Holz fordert daher, dieses Potenzial politisch und gesellschaftlich stärker zu verankern durch:
- stärkere Förderung des Holzbaus,
- nachhaltige Waldbewirtschaftung,
- Anerkennung der CO₂-Speicherleistung von Holzprodukten in der Klimapolitik,
- gleichrangige Förderung natürlicher Klimaschutzlösungen gegenüber technischen Ansätzen wie CCS.
„Wer Klimaschutz ernst meint, muss auf bewährte natürliche Prozesse setzen. Holz muss als strategischen Rohstoff politisch gestärkt und gesellschaftlich als umweltschützendes Alltagsprodukt verinnerlicht werden“, unterstreicht Habisreutinger nachdrücklich. Holzbasierte Lösungen verbinden Kohlenstoff-Speicherung mit nachhaltiger Wertschöpfung und Ressourceneffizienz – so verzahnen sie Umweltschutz mit Wirtschaftlichkeit.
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