Die zu Beginn der Woche von der Bundesregierung vorgestellten Reformvorschläge reichen aus Sicht des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel (GD Holz) nicht aus, um die angespannte wirtschaftliche Lage mittelständischer Unternehmen spürbar zu verbessern.
Insbesondere die angekündigte zeitlich begrenzte Senkung der Energiekosten sowie eine steuerfreie Mitarbeiterprämie wirken mehr wie Maßnahmen zur Symptom- als zur eigentlich notwendigen Ursachenbekämpfung. „Angesichts stagnierender Umsätze bei gleichzeitig weiter steigenden Kosten erwarten wir deutlich mehr als punktuelle Maßnahmen, die zum Teil sogar zusätzliche Belastungen für die Betriebe bedeuten“, erklärt der GD Holz-Vorsitzende Maximilian Habisreutinger. Die steuerfreie Prämie muss vollständig von den Unternehmen finanziert werden – dies ist für viele Holzhandelsbetriebe in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation schlicht nicht darstellbar.
Kritisch ist zudem, dass zentrale strukturelle Probleme weiterhin nicht angegangen werden. So steigen die Lohnnebenkosten seit Jahren kontinuierlich an. „Der Reformbedarf in den Sozialversicherungssystemen ist offenkundig. Hier braucht es endlich überzeugtes und überzeugendes politisches Handeln, um die Unternehmen nachhaltig zu entlasten“, so der GD Holz-Vorsitzende. Gleichzeitig muss über den Abbau sachlich nicht gerechtfertigter Kosten diskutiert werden. Zu nennen sind hier beispielhaft Rundfunkbeiträge, welche die Unternehmen zusätzlich zahlen müssen, obwohl die Gebühren bereits im privaten Bereich entrichtet werden. „Die Abschaffung dieser Doppelbelastung wäre ein einfaches und wirksames Entlastungssignal“, betont Habisreutinger.
Ein weiteres zentrales Problem bleibt die hohe Bürokratiebelastung. Der Holzhandel ist mit umfangreichen Berichts- und Dokumentationspflichten konfrontiert – sowohl durch direkt wirkende Gesetze als auch durch indirekte Anforderungen entlang der Lieferketten. Neue Regelungen wie das Tariftreuegesetz führen zu zusätzlichem Aufwand und steigenden Kosten, die in der Praxis kaum kompensiert werden. Die Bundesregierung hat den „Frühling der Reformen“ ausgerufen. Daraus muss jedoch eine substanzielle Unterstützung für die Unternehmen im Holzhandel erfolgen. „Geduld und Belastungstoleranz sind bei vielen Betrieben erreicht. Die Branche braucht dringend bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, jetzt kommt es auf deren Umsetzung an“, fordert Habisreutinger nachdrücklich.
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