2. Februar 2026

Mercosur und Indien – Kommission muss trotz Blockade vorangehen

Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) begrüßt das EU‑Mercosur-Abkommen ausdrücklich als wichtigen Schritt zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Nach über zwanzig Jahren Verhandlungen eröffnet das Abkommen eine der größten Freihandelszonen weltweit und schafft neue Impulse für Wachstum, Investitionen und stabile Lieferketten zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. Gleiches gilt für das EU-Indien-Freihandelsabkommen.

Mit dem Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen erhalten europäische Unternehmen – und insbesondere der Holzhandel – besseren Zugang zu einem dynamisch wachsenden Markt. So stellen Sperrholzimport aus Südamerika sowie Buchenrund- und (Nadel-)Schnittholzexporte nach Indien einen festen Bestandteil im internationalen Holzhandel dar, insbesondere für deutsche Unternehmen. Die erwarteten Effizienzgewinne in Logistik, Rohstoffbeschaffung und Handel bieten erhebliche Potenziale für kostengünstigere Importe, verbesserte Planbarkeit und langfristig stabile Partnerschaften.

Umso unverständlicher ist daher das jüngste Abstimmungsverhalten des Europäischen Parlaments, das eine Prüfung des Mercosur-Abkommens durch den Europäischen Gerichtshof angestoßen hat. Der GD Holz kritisiert diese – von Grünen und Rechtsnationalen gleichsam getragene – Entscheidung scharf, denn sie verzögert das dringend benötigte wirtschaftliche Stärkungssignal und schwächt die europäische und damit die deutsche Handlungsfähigkeit auf internationalen Märkten:

„Europa braucht mehr wirtschaftliche Öffnung statt neuer Blockaden. Die Entscheidung des Parlaments sendet ein falsches Signal an unsere Handelspartner und gefährdet Chancen, die wir dringend nutzen müssen“, betont Maximilian Habisreutinger, Vorsitzender des GD Holz nachdrücklich.

Der GD Holz fordert die Europäische Kommission auf, trotz des Prüfverfahrens alle notwendigen Schritte einzuleiten, um das Abkommen zeitnah vorläufig in Kraft zu setzen. Die wirtschaftlichen Vorteile überwiegen deutlich, und ein zügiger Start des Abkommens ist entscheidend, um im globalen Wettbewerb mit den USA und China nicht weiter an Boden zu verlieren.

Der GD Holz betont, dass Handelspolitik jetzt vor allem wirtschaftliche Realitäten und ein sich schnell veränderndes globales Handelsumfeld berücksichtigen müsse. Nachhaltigkeitsfragen bleiben bedeutend, sollten jedoch nicht zum strukturellen Hemmnis für dringend benötigte internationale Kooperation werden. „Ein schnelles, wenn auch vorläufiges Inkrafttreten beider Abkommen wäre ein starkes Zeichen, insbesondere in transatlantischer Richtung und für die Bedeutung internationaler Partnerschaften“, so Habisreutinger.

Pressemitteilung (PDF)
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