Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) kritisiert die politische Debatte über eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel. Von günstigeren Kraftstoffpreisen profitieren zwar v.a. viel fahrende Verbraucher, für Unternehmen wäre eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer jedoch der deutlich wirksamere Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, da die Stromsteuer eine echte Kostenentlastung wäre, während eine MWST-Senkung gar keine Verbesserung der Kosten Situation wäre (Vorsteuerabzug).
„Die deutsche Wirtschaft leidet vor allem unter dauerhaft zu hohen Energiekosten. Wer Unternehmen wirklich entlasten will, muss bei der Stromsteuer handeln und nicht bei kurzfristigen Eingriffen in den Benzinpreis“, erklärt Maximilan Habisreutinger, Vorsitzender des GD Holz. Für die Unternehmen des Holzhandels sind die Stromkosten ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Hobelindustrie, Lagerstandorte, Logistikzentren, Holzbearbeitung, Digitalisierung und der Ausbau der Elektromobilität führen dazu, dass Strom für viele Betriebe zu den wichtigsten Kostenpositionen zählt. Gleichzeitig müssen Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen.
„Es ist unverständlich, warum die Politik über günstigeren Kraftstoff diskutiert, während die Strompreise für den Mittelstand weiter auf einem zu hohen Niveau bleiben. Wer Investitionen, Digitalisierung und Klimaschutz verlangt, muss Strom günstiger machen“, betont Habisreutinger und weiter: „Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, die Stromsteuer mindestens auf das europäische Mindestmaß abzusenken und die Entlastung dauerhaft gesetzlich zu verankern.“
Aus Sicht des GD Holz sendet eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin zudem die falschen wirtschaftspolitischen Signale. Die Maßnahme würde nur lange private Fahrten kurzfristig entlasten, löst aber keines der strukturellen Probleme des Wirtschaftsstandortes Deutschland und setzt auch umweltpolitisch völlig falsche Anreize. Dagegen würde eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer die Wettbewerbsfähigkeit stärken, Investitionen erleichtern und die Transformation der Unternehmen unterstützen und wäre auch noch sozial ausgewogen, da jeder Haushalt entlastet würde.
„Der Mittelstand braucht keine kurzfristigen Rabattaktionen, sondern strukturelle Anpassungen mit verlässlichen Rahmenbedingungen. Die Senkung der Stromsteuer gehört deshalb ganz oben auf die wirtschaftspolitische Agenda der Bundesregierung“, so der Vorsitzende abschließend.
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